Methoden der Maulwurfvertreibung

Wer einen neuen Bewohner seines Grundstückes begrüßt, diesen jedoch keinesfalls dulden möchte, der hat nur wenige Möglichkeiten. Ein Maulwurf darf nicht getötet, sondern nur vertrieben werden. Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurden Maulwürfe noch offiziell gejagt, da das samtig weiche Fell sehr begehrt war. Mittlerweile ist der Maulwurf seit 1988 nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

AchtungDas Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) verbietet es den Menschen, diese Tiere zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Wer trotzdem auf einen Maulwurf Jagd und macht und diesen vielleicht sogar tötet, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden. Doch nicht nur das Verletzen oder das Töten eines Maulwurfs steht unter Strafe. Auch die Beschädigung oder Zerstörung der Gänge oder der Brut- und Ruhestätten kann mit einer Strafe in gleicher Höhe geahndet werden.

Mit sogenannten Maßnahmen zur Vergrämung können Maulwürfe von einem Grundstück vertrieben werden. Einige davon wirken jedoch nicht überall und bei jedem Tier. Andere sind völlig nutzlos. Wer auf Nummer sichergehen will, und sich erst gar keinen Maulwurf auf das Grundstück holen will, der sollte vorsorgliche Maßnahmen treffen.

Vorsorge ist besser statt Nachsorge

Bei der Anlage eines Gartens kann bereits im Voraus daran gedacht werden, einen Schutz gegen Maulwürfe zu integrieren. Firmen haben Schutzmatten entwickelt, die ein Durchstoßen des Maulwurfes verhindern können. Diese werden unter dem eigentlichen Rasen ausgelegt. Manche Firmen stellen auch Rollrasen her, in den diese Schutzschicht bereits integriert ist. Wurden diese Maßnahmen nicht ergriffen, bleiben andere probate Methoden der Vertreibung. Bewährte Mittel zur Vertreibung eines Mauswurfs lassen sich zum Teil mit natürlichen Substanzen zusammenstellen. Einige haben vor allem mit Geruch, andere mit Geräuschen zu tun. Nachfolgend erklären wir die einzelnen Methoden:

Maulwurfvertreibung mit Gerüchen

Bei Maßnahmen, die mit Geruch zu tun haben, müssen die Gänge des Maulwurfs geöffnet und der Geruchsstoff in die Gänge eingebracht werden.

Einen Gang eines Maulwurfs findet man am besten in der Nähe eines Hügels. Etwa 15 Zentimeter entfernt von einem Hügel befindet sich der Gang. Doch sollte der Gang nicht einfach aufgegraben werden. Am besten ist es, wenn die Grasnarbe über dem Gang vorsichtig abgestochen und daneben gelegt wird. Dies sichert, dass der Gang nach Abschluss der Arbeiten wieder verschlossen werden kann und der Duftstoff sich vor allem unter der Erdoberfläche in den Gängen verbreitet.

Milch oder Joghurt entwickeln einen besonders intensiven und üblen Geruch, wenn diese sauer werden und gären. Dieser Geruch ist nicht nur für den Menschen, sondern auch für den Maulwurf unangenehm und kann den Maulwurf dazu bringen, das Revier zu verlassen. Der sehr gut ausgeprägte Geruchssinn des Maulwurfs nimmt diesen Geruch als sehr störend und abstoßend wahr. Jedoch muss der Vorgang mehrfach wiederholt werden, um effektiv zu sein. Auch zerstoßener Knoblauch riecht intensiv und kann in den Gängen unangenehm für den Maulwurf sein. Passionierte Gartenbesitzer schwören auf einen selbst angesetzten Sud aus einem Kilogramm Holunderblüten, die in zehn Litern Wasser etwa 14 Tage ziehen. Der Sud kann dann ebenfalls in die Gänge geschüttet werden.

Auch Fischköpfe, die in die Eingänge gelegt werden, verbreiten ihren Gestank unter Tage und reizen die Nase des kleinen Buddlers. Chlor entwickelt einen unangenehmen, stechenden Geruch. Damit werden aber eher Regenwürmer vertrieben, die die natürliche Nahrungsgrundlage des Maulwurfs sind. Verschwinden die Regenwürmer, so muss sich der Maulwurf auch ein neues Gebiet suchen, in dem er Nahrung findet. Auch in Petroleum getränkte Lappen, die in die Eingänge des Maulwurfsbaus gestopft werden, können den Maulwurf zur Aufgabe des Gebietes bewegen. Achtung: Petroleum ist ebenfalls gefährlich für die Umwelt, daher ist diese Methode sehr bedenklich.

Auch Menschen entwickeln einen Geruch, den Maulwürfe nicht ertragen können. Hierzu sollten Haarbüschel in die Gänge gestreut werden. Ähnliche Effekte, die zur Vertreibung des Maulwurfs führen können, können mit Rasierwasser, Mottenkugeln oder Meerrettich erzielt werden.

Erfahrungsberichte zu all diesen Mitteln sprechen von guten Erfolgen bis hin zu gar keiner Reaktion des Nagers. Hier muss man also einfach mal ausprobieren was wirklich bei seinem Maulwurf funktioniert und was nicht. Wir haben noch etwas weiter recherchiert und einen weiteren Geruchsstoff gefunden der vom Maulwurf als unerträglich wahrgenommen wird. Hier liest man allerorts fast nur von guten Erfahrungen. Hier eine Amazon Kundenbewertung:

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Quelle: Amazon

Vertreibung des Maulwurfs mit Buttersäure

Buttersäure in FlaschenButtersäure ist ein Stoff, der stark nach ranziger Butter riecht und nicht nur für Maulwürfe, sondern auch für Menschen sehr unangenehm ist. Er Die Säure entwickelt ihre Wirkung, wenn sie mit Sauerstoff und Wasser reagiert. Auch bei dieser Methode ist es notwendig, die Gänge vorsichtig zu öffnen und Tücher, die mit einer stark konzentrierten Buttersäure beträufelt worden sind hinein zu legen. Der Geruch verbreitet sind in den Gängen und vertreibt den Maulwurf. Da der Maulwurf eine hervorragende Erinnerung hat, wird er sich auch in Zukunft von diesen Bereichen fern halten. Buttersäure an sich ist weder für den Menschen, noch für Tiere gefährlich. Jedoch sollte beim Umgang mit der Säure darauf geachtet werden, dass Handschuhe getragen werden und nicht die Kleidung mit der Säure verunreinigt wird. Denn, Buttersäure riecht nicht nur. Buttersäure stinkt zum Himmel.

Tipp: Buttersäure kann über das Internet käuflich erworben werden: www.buttersaeure24.de

Neben Gerüchen gibt es noch die Methoden die auf Lärm setzen:

Den Maulwurf mit Tönen und Lärm vom eigenen Grundstück vertreiben

Neben der Vertreibung mit Gerüchen, können Maulwürfe auch mit Lärm oder Geräuschen allgemein verjagt werden. Da der Maulwurf nicht nur einen empfindlichen Geruchssinn, sondern auch einen empfindlichen Hörsinn, hat, zieht er sich von dauerndem Lärm zurück und verlässt zur Not auch sein angestammtes Revier. Einige Methoden, ohne auf spezielle Technik zurück greifen zu müssen, können mit einfachen Mittel auch selbst durchgeführt werden.

Aber auch hierbei gilt, dass nur der Prozess über einen langen Zeitraum zum Erfolg führt. Um Schallwellen im Boden zu verbreiten, sollten Metallstangen in den Boden geschlagen werden. In regelmäßigen Abständen sollte hier mit einem Hammer darauf geschlagen werden. Die Geräusche werden so direkt in den Boden übertragen. Diese Methode ist jedoch sehr zeit- und kraftintensiv. Des Weiteren können sich die Nachbarn gestört fühlen.

Erleichtert werden kann dies, wenn die Stangen in den Boden geschlagen und daran leere Dosen befestigt werden. Durch den Wind bewegen sich diese und erzeugen Lärm, der über das Metall in den Boden geleitet wird. Auch Flaschen können in die Ein- und Ausgänge des Maulwurfsbaus gesteckt werden. Wichtig ist hierbei, die Flaschen ohne Deckel mit der geöffneten Seite nach oben in die Gänge zu stecken. Der sich darin verfangende Wind erzeugt störende Geräusche, die dem Maulwurf tüchtig auf die Ohren und auf die Nerven gehen werden.

Dann gibt es noch weitere brachiale Methoden die wir hier erwähnen aber von deren Benutzung abraten da sie augenscheinlich illegal sein dürften:

Gänge und Hügel verschließen, unter Wasser setzen und mit Lebendfallen bestücken

Die Maulwurfshügel platt zu treten funktioniert mit ziemlicher Sicherheit nicht. Die Hügel dienen der Belüftung der Gänge und der Maulwurf ist besonders erpicht darauf, diese Belüftung auch ständig zu gewährleisten. Wird ein Hügel platt getreten, so stellt dies eher einen weiteren Anreiz für den Maulwurf dar, einen neuen Hügel aufzuwerfen und somit die Belüftung wiederherzustellen.

Empfohlen wird teilweise auch, Maulwurfshügel zu öffnen und die unterirdischen Gänge unter Wasser zu setzen. Auch dieser Prozess kann funktionieren, muss aber nicht. Es sei hier angemerkt das selbst die Zerstörung der Gänge bereits geahndet werden kann!  Es wird zudem eine große Menge Wasser benötigt, die in die Gänge geleitet wird, da ein Grabensystem eines Maulwurfs mehrere tausend Quadratmeter umfassen kann.

Von Fallen, mit denen sich Maulwürfe lebendig fangen lassen, ist dringend abzuraten. Einerseits scheint dies eine sehr schonende Methode zu sein, um einen Maulwurf zu fangen und umzusetzen. Andererseits kann der Maulwurf in einer Lebendfalle auch sterben, wenn er zu lange darin gefangen ist. Maulwürfe müssen mindestens alle zwölf Stunden Nahrung zu sich nehmen, um überleben zu können. Theoretisch müsste aus diesem Grund die Lebendfalle ständig überwacht werden, um, wenn sich ein Maulwurf darin verirrt hat, diesen so schnell wie möglich zu befreien und vor dem Hungertod zu bewahren.

Der Fachhandel erfindet immer wieder etwas neues zur Maulwurfvertreibung. Das gängiste Produkt den „Maulwurfschreck“ stellen wir Ihnen hier vor:

Der Maulwurfschreck – Mit Solar und Vibration zum maulwurfsfreien Garten

Bereits für wenige Euro gibt es im Baumarkt oder Online-Handel den sogenannten Maulwurfsschreck oder auch vergleichbare Produkte. Diese werden in den Boden oder in die Gänge gesteckt, über Solar mit Strom versorgt und geben in regelmäßigen Abständen Töne und Vibrationen an den Boden ab. Die Methode ist sehr bequem und die Töne sind für den Menschen nicht hörbar.

Jedoch ist hier besonders zu beachten, dass die Töne und Vibrationen in unregelmäßigen Abständen abgegeben werden müssen. Erklingen die Geräusche in regelmäßigen Abständen, so besteht die Gefahr, dass sich der Maulwurf eher daran gewöhnt und sich nicht vertreiben lässt.

Des Weiteren sollte der Maulwurf damit schrittweise vertrieben werden. Beispielsweise ist es ratsam, je nachdem wie sich das Grabensystem ausbreitet, den ersten Maulwurfsschreck am Haus zu platzieren und einige Tage wirken zu lassen. Daraufhin versetzt man den Maulwurfsschreck etwas weiter weg vom Haus und vertreibt den Maulwurfs so Stück für Stück vom eigenen Grundstück. Leider, und mit ziemlicher Sicherheit, direkt zum nächsten Nachbarn oder wieder zurück.

Wenn man das komplette Maulwurfssystem mit dem Maulwurfschreck überziehen möchte um die Wirkung zu erhöhen müssen einige der Maulwurfschrecke erworben werden. Diese Methode ist dann gar nicht mehr so preiswert wie vielleicht gedacht.

Vertreibung des Maulwurfs mit Karbid

Neben den Hausmitteln, die den Maulwurf vertreiben sollen, greifen verzweifelte Gartenbesitzer mitunter auch zu ärgeren Methoden. So wird von einigen Karbid eingesetzt, um den Maulwurf zu vergrämen. Diese grau-braunen, Kieselstein-ähnlichen Brocken sind eigentlich zum Schweißen oder Löten geeignet. Früher wurde Karbid auch im Bergbau verwendet.

Der Grund liegt in den chemischen Eigenschaft von Karbid, das eigentlich Calciumcarbid heißt. Es reagiert mit Wasser in der so genannten Hydrolyse. Dabei entsteht neben Calciumhydroxid (Löschkalk) auch Ethin. Dieses geruchlose Gas aus der Gruppe der Alkine ist äußerst brennbar. Deshalb wird es zum Schweißen und Löten eingesetzt. Es wurde jedoch auch in Stollenlampen verwendet, weil bei Verbrennung eine schöne, helle Flamme entsteht.

Die chemische Reaktion von Karbid mit Wasser wird wie folgt dargestellt:

CaC2 + 2 H2O → C2H2 + Ca(OH)2

Calciumcarbid wird auf künstliche Weise in einem Lichtbogenofen hergestellt. Dabei den reinen Stoff herzustellen, ist schwierig und sehr kostenaufwändig. Deshalb ist das handelsübliche Karbid mit Verunreinigungen versetzt. Diese ergeben auch die grau-bräunliche Farbe (im reinen Zustand ist Karbid ein weißer Feststoff). Es handelt sich bei den Verunreinigungen um andere Calcium-Verbindungen sowie Ferrosilicium und Magnesiumnitrid.

Der Grund, warum Karbid in der Maulwurfsbekämpfung eingesetzt wird, liegt in beigemischten Stoffen. Da die Hauptreaktion Ethin freisetzt, das keinen Geruch hat, ist sie für die Vergrämung des Maulwurfs nutzlos. Die unangenehmen Gerüche, die mit Karbid assoziiert sind, werden durch die Nebenreaktion der Verunreinigungen freigesetzt. Es entstehen z.B. Ammoniak, Monophosphan und Schwefelwasserstoff.

Da diese Gase jedoch nur als Nebenprodukte der Reaktion von Karbid und Wasser entstehen, sind sie auch nur in geringer Konzentration vorhanden. Ein Großteil der Reaktionsprodukte verfliegt einfach und ist für die Vertreibung des Maulwurfs nicht hilfreich. Nur die wenigen übelriechenden Gase können ihn zum Umzug bewegen. Daher scheint Karbid als Mittel zur Maulwurfsbekämpfung eher ungeeignet zu sein, da ein großer Aufwand einem geringem Nutzen gegenübersteht. Vielversprechender ist der Einsatz von Buttersäure, die einen intensiven Geruch verbreitet. Karbid ist in Online-Portalen und auf Amazon erhältlich.

Fazit und Empfehlung

Es gibt einige Methoden um den Maulwurf zu vertreiben. Einige sind wohl eher Spielereien, andere sogar illegal. Der Maulwurf regiert empfindlich auf Geräusche und bestimmte Gerüche. Dies kann man sich zu Nutze machen. Am vielversprechendsten erscheint uns hier die Buttersäure zu sein. Daher ist unsere Empfehlung zur Maulwurfvertreibung: Buttersäure.

Was haben Sie für Erfahrungen gemacht?

Wir haben versucht alle gängigen Methoden den Maulwurf zu vertreiben zu beleuchten. Sie kennen noch weitere erfolgsversprechende Mittel den Maulwurf zu vertreiben? Dann teilen Sie dies uns und unseren Lesern gerne über die Kommentare mit.

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